Diese Seite ist für den geschrieben, der in seiner Familie einen Menschen mit Alkoholproblemen hat.

 

Liebe Freundin, lieber Freund,

wir kennen uns nicht. Bei dem, was ich Dir hier schreiben will, bin ich ein wenig auf Mutmaßungen angewiesen. Aber ich denke, ich treffe es einigermaßen. Wenn also der folgende Absatz (in brauner Schrift) Deine Situation einigermaßen beschreibt, dann bist Du hier richtig.

Die Situation:
Du hast in Deiner Familie einen Menschen, von dem Du glaubst oder weißt, daß er Alkoholprobleme hat. Möglicherweise hast Du inzwischen auch die Gewißheit, daß er Alkoholiker ist.
Das Trinkverhalten Deines Partners macht Dir sehr zu schaffen. Es beeinträchtigt Dich und Dein Leben sehr. Das ist für Dich kaum noch auszuhalten und Du würdest es gerne ändern, weiß aber nicht wie, weißt Dir keinen Rat mehr. Du hast Angst um Deinen Partner, Deine Familie und Dich selbst.

Wenn das erst mal so einigermaßen stimmt, lies diese Seite bitte weiter. Ein Tipp: Das Folgende ist etwas länger. Beende doch die Verbindung zum Internet - das spart Geld, und Du kannst ganz in Ruhe lesen, ohne auf die Kosten zu sehen. Später kannst Du dann die Verbindung wieder aufnehmen und auf diesen Seiten oder an anderer Stelle weitersuchen.

Du hast Dich an den Computer gesetzt um nach Informationen und nach Hilfe in Deiner schwierigen Situation zu suchen.

Laß Dir erst einmal sagen: Es ist gut, daß Du Dich auf die Suche gemacht hast. Denn es gibt Hilfe, es gibt Rettung!
Auch, wenn es keine Pille gegen die Alkoholsucht gibt und keine Medizin gegen die Probleme, die Du durch das Trinken Deines Partners hast, so gibt es doch gute Wege, die Du gehen kannst, Wege in ein besseres Leben.

Ich möchte Dir Mut machen, weiter nach diesen Wegen zu suchen. Später werde ich ein paar konkrete Schritte nennen. Zum besseren Verständnis bitte ich Dich aber, der Reihe nach zu lesen, auch wenn es ein paar Minuten dauert.
Und ich möchte Dir ehrlich sagen, daß der Weg, auf den Du Dich gemacht hast, länger sein kann, und nicht ganz ohne Enttäuschung und Schmerz verlaufen muß. Aber etwas viel Besseres, als Du jetzt hast, findest Du ganz bestimmt. Es lohnt sich also.
Was ich schreibe, beruht übrigens auf meinen eigenen Erfahrungen und denen vieler Freunde in ähnlicher Lage. Ich habe das alles gelernt in den letzten Jahren, in denen ich gelernt habe, ohne Alkohol zu leben. Als ich noch trank (bis Anfang 1998) war meine Frau in einer ganz ähnlichen Situation, wie Du heute. Auch durch sie habe ich vieles gelernt, was ich hier gerne weitergebe.

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Suchtkrankheit, also auch Alkoholismus, ist eine "Beziehungskrankheit".
Dieser Satz bedeutet: Die Suchtkrankheit betrifft nicht allein den Alkoholiker, sie greift auch zerstörerisch in das Leben derer ein, mit denen der Kranke in engerer Beziehung steht.
Die Ehefrau, die irgendwann mit ihrem alkoholabhängigen Mann nicht mehr leben kann ist da nur ein Beispiel.
Betroffen sind die ganze Familie sowie Freunde, Bekannte und oft auch Kollegen.
Durch die Krankheit werden nach und nach alle Beziehungen des Kranken gestört und zerstört.
Man kann getrost davon ausgehen:
Wo ein alkoholkranker Mensch ist, da ist immer auch ein "krankes" soziales Umfeld.

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Beispiel:
Ein Mann trinkt auf einer Feier. Auf der Rückfahrt lenkt seine Frau das Auto.

Ein ganz normales Bild, das ist vernünftig und das ist schön, vor allem, wenn es vorher so abgesprochen war und vielleicht beim nächsten Mal auch andersherum ist.

Tatsache ist: Er trinkt, und sie reagiert darauf, stellt ihr Handeln darauf ein.
Es geht weiter: Er trinkt immer. Sie hat sich daran gewöhnt, immer nach Hause zu fahren. Sie hat sich auch daran gewöhnt, am nächsten Morgen seinen Chef anzurufen und ihn krank zu melden. Ebenso wie sie sich daran gewöhnt hat, sein zu-Hause-sein bei der Nachbarin mit Übelkeit zu entschuldigen.
Mehr und mehr Verantwortlichkeiten hat sie übernommen. Sie fährt das Auto, sie kauft nur noch allein ein, überwacht die Hausaufgaben der Kinder, führt die Bankgeschäfte, räumt auf, erledigt kleinere Reparaturen. Viele Entscheidungen trifft sie allein - früher einmal war das anders...

Während der Mann immer öfter zu Dingen des Alltags nicht in der Lage ist, weil er getrunken hat, ist die Frau immer mehr damit beschäftigt, nach außen den Schein zu wahren. Sie entschuldigt sein Verhalten (...er hat ja solche Probleme auf Arbeit...), sie nimmt Einladungen zu Gesellschaften kaum mehr wahr, weil es ihr peinlich ist, wenn er wieder betrunken ist. Und alleine geht sie auch nicht, aus Rücksicht auf ihn.
Oft verdient sie den Lebensunterhalt, weil er seine Stellung schon verloren hat.
Und das alles, weil sie seine Frau ist, weil sie ihn liebt!

Es dauert einige Zeit, aber irgendwann ist es soweit: Alles, was sie denkt und tut ist irgendwie bestimmt von der Tatsache, daß ihr Mann trinkt.

Die Kehrseite der Medaille ist die:
Er kann trinken, weil sie für alles sorgt . Sie schützt ihn, schirmt ihn von der Welt ab, aus lauter guten Gründen, aber damit schafft sie eben auch den Raum, den er braucht, um zu trinken. Warum sollte er nicht trinken, es klappt doch alles (die Frau sorgt ja dafür).
Und was noch schlimmer ist: Dem Alkoholiker fällt dabei noch nicht einmal auf, daß  etwas nicht stimmt. Für ihn ist es natürlich, daß sie verdient, wo ihm der blöde Chef doch gekündigt hat, daß sie chauffiert, wo doch der dusselige Polizist ihm bei 2,4 °/oo die zwei Weinbrandbohnen nicht glauben wollte und den Führerschein einzog. Und so weiter...

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Das hier beschriebene Verhalten ist typisch und niemand muß sich dafür schämen. Es geschieht aus Liebe!

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Dieses Verhalten, das wir "coabhängig" nennen, hat seine Ursache darin, daß der Alkoholiker ein Meister darin ist, die Menschen um ihn herum im Sinne seiner Suchtbefriedigung zu gebrauchen, zu mißbrauchen. Je mehr er in der Sucht gefangen ist, um so mehr benutzt er auch die Liebe seiner Angehörigen aus, um sein süchtiges Leben weiter leben zu können. Bedenke: Der Alkoholiker kann nicht anders! (Mitleid hilft hier allerdings gar nicht weiter...)
Eine weitere Ursache liegt in dem Angehörigen selbst begründet: Wenn zwei Menschen eine Bindung eingehen, dann spielen dabei eine Vielzahl von Gründen eine Rolle, die den beiden meist gar nicht alle bewußt sind. "Es stimmt einfach" - "Wir passen zusammen" oder auch: "Wir lieben uns", heißt es dann - und das ist sehr schön. Kurz gesagt ist es kein Zufall, daß ein Mensch, der zu süchtigem Verhalten neigt, einen Partner hat, der eine Tendenz zur Coabhängigkeit hat. Anders herum: Es hat seine Ursachen, daß ein Mensch, der zu coabhängigem Verhalten veranlagt ist, sich an einen Menschen bindet, der das Potential zum Suchtkranken hat.

Will sagen: Wenn zwei sich gefunden haben, dann haben sie sich auch gesucht: Sie passen zusammen so, wie die Abhängigkeit zur Coabhängigkeit paßt. Schon unsere Großeltern wußten, daß auf jeden Topf ein Deckel paßt...

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Doch zumeist ist für jeden Mitmenschen irgendwann die absolute Schmerzgrenze erreicht. Irgendwann kommt auch der "beste" Coabhängige an seine Leistungrenze - er kann und will nicht mehr.
Viele finden in dieser Situation den Weg zu Beratern, Selbsthilfegruppen oder Therapeuten.
Oft weiß sich der Angehörige nicht anders aus seiner Not zu befreien, als daß er die Beziehung zu dem Alkoholiker abbricht (und hat dabei noch ein ganz schlechtes Gewissen, weil er ja seinen Partner verläßt). Und so bedauerlich das ist: Solange der Alkoholiker selbst nicht daran denkt, sein Leben zu ändern, gibt es für die Angehörigen oft auch keinen anderen Weg aus ihrer eigenen Not. Entweder er bleibt - und geht mit unter, oder er geht und versucht, für sein eigenes Leben zu retten, was noch zu retten ist.
Es ist die grausame Tatsache der Alkoholabhängigkeit, daß keiner dem Alkoholiker helfen kann. Das geht erst dann, wenn er selbst aus tiefstem Herzen um Hilfe (nicht Mitleid!!!) schreit und bereit ist, wirkliche Hilfe anzunehmen - und sei der Weg auch noch so schwer. Vorher ist Hilfe NICHT möglich! Bei aller Liebe nicht.

Kommt es zur Trennung, ist der Alkoholiker (wieder) auf sich gestellt. Nun, wo der Coabhängige nicht mehr da ist und für alles sorgt, muß der Alkoholiker wieder selbst für den Haushalt, das Geld und die Dinge des täglichen Lebens sorgen. Dafür braucht er all die Fähigkeiten, die er zumeist längst durch das Trinken verloren hat. Bisher hatte er das noch gar nicht bemerkt - der Partner war ja eingesprungen und erledigte alles. Doch nun hat er die Gelegenheit, diese Wahrheit wahrzunehmen. Ohne es zu wissen gibt der Partner, der ihn verläßt, dem Kranken damit die Gelegenheit, nun zu merken, wie schwach er inzwischen geworden ist. Vielleicht ist er nun in der Lage, sich seine Ohnmacht einzugestehen und Hilfe zu suchen.

An dieser Stelle möchte ich eines deutlich sagen:
In den allermeisten Fällen, wo ein Partner sich von seinem alkoholkranken Partner getrennt hat, war es nicht der Coabhängige, der aus der Beziehung gegangen ist. Nein: Der Coabhängige zieht nur die Konsequenzen aus dem, was der Alkoholiker schon vor längerer Zeit getan hat: Der, der trinkt, hat nämlich die Beziehung zum Partner längst aufgegeben, zu Gunsten der Flasche. Er/sie hat seine Frau/ihren Mann längst betrogen - mit dem Alkohol, er liebt die Flasche inzwischen viel mehr, als den Partner. Im Grunde hat der Alkoholiker die Ehe gebrochen und ist ausgezogen in den Rausch, hin zu seiner Geliebten, der Flasche.
Wenn ein Alkoholiker nicht wirklich Schritte unternimmt um trocken zu werden, hat er also kein Recht, seinem Partner Vorwürfe zu machen, wenn der ihn verläßt!

Zur Beachtung: Ich will hier ganz sicher nicht jemanden auffordern, seinen Partner zu verlassen. Die Beziehung zweier Menschen ist etwas ganz besonders Wertvolles - und die Ehe ist mir heilig.
Ich kenne aber viele Alkoholiker-Ehen, die an der Sucht zerbrochen sind, und ich kenne bedauerlich viele Alkoholiker, die erst dann in ihrem benebelten Hirn wahrzunehmen bereit waren, daß in ihrem Leben etwas nicht stimmt, als sie allein in ihrem Elend saßen.
Gleichwohl kenne ich eine ganze Reihe von Paaren, die den Weg aus der Sucht gemeinsam gegangen sind und die so wieder neu zu einem glücklichen Miteinander gefunden haben.
Es gibt viele Wege - einen auch für Dich!

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Was also kann der tun, dessen Partner trinkt?

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Erst einmal: Erkenne Deine eigene Situation. Versuche, so gut es geht, das in Ruhe und Gelassenheit zu tun. Ich weiß, daß das schwer ist - versuche es trotzdem. Es wird nicht immer gleich gelingen - habe Geduld mit Dir!
Frage Dich selbst, wie es Dir geht.

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Bist Du am Ende Deiner Kraft?

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Hast Du das Gefühl, daß Dir nichts mehr gelingt, daß alles umsonst ist, was Du versuchst, daß ja doch alles sinnlos ist?

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Welche Gefühle nimmst Du bei Dir wahr? Liebe? Haß? Mut? Angst? Verzweiflung? Mißtrauen?

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Kannst Du erkennen, daß Du unfrei bist, gefangen in der Situation, die durch das Trinkverhalten Deines Partners bestimmt ist?

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Wer so gefangen ist, dem sind gleichsam die Hände gebunden. Der kann sich nicht bewegen, der kann auch nichts mehr tun. Der Coabhängige ist gefangen in den Stricken der Sucht seines Partners. Das Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit ist die Folge.

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Du kannst nur dann etwas tun, wenn Du beginnst, Dich aus dieser Gefangenschaft zu befreien.

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Wahrscheinlich glaubst Du, daß Du eben das nicht kannst - Du hast doch alles versucht... Aber lies erst mal weiter. Es gibt ganz sicher einen Weg für Dich!

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Du hast - wohl schon eine ganze lange Zeit hindurch - immer mehr und mehr für Deinen Partner gelebt. Alles Denken und Planen richtet sich an ihm aus. Für Dich selbst war da keine Zeit und keine Kraft mehr. Genau hier kannst Du ansetzen und langsam - in ganz kleinen Schritten - etwas verändern. Du kannst nicht Deinen Partner davon abhalten, zu trinken. Aber Du kannst beginnen, etwas für Dich zu tun. Und wenn Du das tust, bringst Du nicht nur im Laufe der Zeit Dein eigenes Leben wieder auf einen guten Weg. Nein, indem Du beginnst, wieder mehr für Dich selbst zu sorgen, beginnst Du, das einzige für Deinen Partner zu tun, was Du tun kannst. Um den aber geht es hier zunächst nicht - Es geht um Dich!

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Du bist in einer ähnlich verfahrenen Situation, wie Dein alkoholkranker Partner, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Auch für Dich gilt:

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Du brauchst Hilfe.

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Du brauchst Menschen, die Dich verstehen

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Du brauchst Menschen, denen Du vertrauen kannst, zu denen Du ehrlich reden kannst.

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Du könntest Menschen gut brauchen, die Deine Situation aus eigenem Erleben gut kennen.

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Solche Hilfe, solche Menschen gibt es ganz in Deiner Nähe.

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in Beratungsstellen (Suchtberatung oder Ehe- und Familienberatung)

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Adressen stehen im Telefonbuch. Auch das Internet ist eine gute Quelle. Und auf diesen Seiten von www.trocken-leben.de werden nach und nach immer mehr Adressen oder Links zu finden sein. Unter Links findest Du weitere Seiten. Auch da gibt es oft gute Adressen.
In den Beratungsstellen findest Du kompetente Menschen, die wissen, worum es geht. Da kannst Du ganz sicher sein, daß sie Dich mit Deinen Problemen ernst nehmen. Ich weiß gerade von Suchtberatungsstellen (Eheberatungen kenne ich leider weniger...), daß die Mitarbeiter oft selbst von Alkoholismus oder Coabhängigkeit betroffen sind, die Dinge also am eigenen Leibe erfahren haben.
Übrigens sind Suchtberatungsstellen gerade auch für Dich als Coabhängige/r eine gute Adresse. Ihr Hilfsangebot gilt ganz ausdrücklich auch den Angehörigen von Alkoholikern.

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in Selbsthilfegruppen

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Selbsthilfegruppen gibt es in unterschiedlichster Art. Zum Thema Alkoholismus gibt es Gruppen, die

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allein für Alkoholiker gedacht sind

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allein für Angehörige / Coabhängige gedacht sind

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sowohl aus Abhängigen wie auch Coabhängigen bestehen

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auch offen sind für andere Suchtkranke (Spieler, Eßsüchtige, Konsumenten harter Drogen u.a.)

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Es gibt Gruppen, die religiös oder weltanschaulich geprägt sind. Meines Wissens sind aber alle Gruppen grundsätzlich offen für jeden, der Hilfe sucht. Ich selbst habe im Blauen Kreuz eine gute trockene Heimat gefunden. Das Blaue Kreuz ist eine ganz bewußt christliche Gruppe bzw. Organisation. An unseren Gruppenabenden nehmen viele teil, die diesen Glauben nicht mit uns teilen - und jeder von ihnen ist ein ganz wichtiges Mitglied in dieser Runde.

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Manchmal muß man etwas gucken, bis man wirklich "seine" Gruppe gefunden hat. Immer dauert es eine Weile, bis man in einer neuen Gruppe ganz zu Hause ist. Das ist ganz normal. Laß Dich eine Zeit lang einfach darauf ein - Du kannst nur dabei gewinnen!

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Über die Adressen und Termine von Selbsthilfegruppen in der Umgebung wissen die Suchtberatungsstellen, oft auch das Gesundheitsamt, gut Bescheid und geben gerne Auskunft. 

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bei "Fachleuten" in Sachen Lebenskrise, wie Ärzten, Seelsorgern/Pastoren, Psychologen, Therapeuten und anderen.

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Menschen in diesen Berufen haben je für ihr Fach eine besondere Ausbildung. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, Menschen in Not zu helfen. Oft - aber nicht immer - kennen sie aus ihrer Praxis heraus die besondere Situation in einer Familie, in der ein Alkoholiker lebt. In jedem Fall ist ein Gespräch mit ihnen in sehr vertrautem Rahmen möglich. Sie alle sind über Dinge, die Du ihnen anvertraust, zur Verschwiegenheit verpflichtet (das kennst Du sicher als "ärztliche Schweigepflicht" oder "Beichtgeheimnis" bzw. "seelsorgerliche Schweigepflicht").

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Der erste Gang, die erste Frage nach Hilfe, fällt den meisten Menschen nicht leicht.
Du sollst wissen:
Wenn Du fragst, weiß man: Da ist ein Mensch, der Hilfe sucht. Ein Mensch, der begonnen hat, gegen die Ausweglosigkeit des eigenen Lebens zu kämpfen, der die Kraft aufbringt, über den eigenen Schatten zu springen und der bereit ist, Neues zu wagen. Man wird Dich ansehen und wissen: Du bist ein ganz besonders wertvoller Mensch!
Hab also ruhig Mut und geh hin. Ich bin sicher, daß Du es nicht bereuen wirst!

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Wenn Du beginnst, etwas zu tun, wenn Du Hilfe suchst und erste Schritte gehst, dann wird etwas geschehen!
Ich will das hier nur in einigen Punkten und gewissermaßen in Überschriften benennen:

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Du wirst neu erkennen, wie wichtig Du selbst bist.

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Du wirst erleben, daß Du ganz zu Recht eigene Bedürfnisse, Wünsche und Interessen hast und daß Du gut daran tust, darauf zu sehen, daß Du zu Deinem Recht kommst.

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Du wirst lernen, eigene Schritte zu gehen, ohne Deinen Partner, und wirst Seiten in Deinem Leben neu entdecken, die längst verschollen schienen.

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Du wirst es lernen, das, was Dir wichtig ist zu tun, auch wenn es nicht mit dem Wunsch Deines Partners übereinstimmt.

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Du wirst neue Lebenskraft und Lebensfreude finden.

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Du wirst irgendwann feststellen, daß Du eine größere Gelassenheit hast im Umgang mit der Krankheit Deines Partners. Du wirst freier werden und so aufhören, Gefangener zu sein der Sucht Deines Partners.

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Je mehr Du Dich befreist aus Deinen Zwängen, desto mehr wirst Du Dich verändern.
Und Dein Partner?

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Im Grunde ist diese Frage ganz egal. Vermutlich bist Du aber doch jemand, der sich dieses überlegt, und so will ich darauf eingehen:

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Dein Partner wird merken, daß Du Dich veränderst. Er wird bemerken, daß Du erst ein Bißchen, dann immer mehr auch Deine eigenen Wege gehst. Er wird auch bemerken, daß er Dich zunehmend nicht mehr "in der Hand" hat, daß Du ihm und seinen Suchtbedürfnissen nicht mehr willfährig bist.
Das macht ihm Angst.
Ich weiß: All das willst Du eigentlich nicht tun, weil Du Angst hast, daß Dein Partner dann noch mehr trinkt, daß er völlig den Halt verliert und endgültig abrutscht. Ganz lange Zeit hast Du alles getan, daß eben dies nicht passiert.

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Die Wahrheit aber ist die: Ihr steckt in einem Teufelskreis!
Dein Partner trinkt. Und was immer Du für ihn tust, tust Du letztlich dafür, daß er weiter trinken kann.
Du kannst kaum etwas dafür tun, daß Dein Partner aufhört zu trinken - das muß er selbst tun und das kann er nur selbst tun.
Ein Alkoholiker kann aber - das ist ein Gesetz dieser Krankheit - erst dann aufhören, wenn er seine "Schmerzgrenze" erreicht hat. Die ist bei jedem unterschiedlich. Solange da noch Möglichkeiten sind, mit Trinken zu leben, wird er es tun. Ganz bestimmt.

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Wenn Du nun wirklich anfängst, etwas für Dich zu tun, beginnst Du auch, etwas weniger dafür zu tun, daß Dein Partner trinken kann. Ob er damit einen Weg aus der Sucht heraus findet läßt sich nicht sagen - die Chancen steigen aber. Und vor allem:
Wenn Du es nicht tust, geht im schlimmsten Fall nicht nur Dein Partner am Suff zugrunde, sondern Du auch!
Solange Du nicht beginnst, eigene Wege zu suchen und zu gehen, gehst Du den Weg Deines Partners mit - und der führt für den Alkoholiker sicher dem Abgrund entgegen. Am Ende steht das sichere Sterben - es sei denn, er schafft es, rechtzeitig den Kampf gegen seine Sucht aufzunehmen.

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Es hilft Dir also nur, über den eigenen Schatten zu springen und zu erkennen, daß Du ebenso ein Recht auf Leben hast, wie Dein Partner.
Die beste Hilfe, die Du dabei haben kannst findest Du in einer guten Selbsthilfegruppe!

Dieser Absatz ist viel länger geworden, als beabsichtigt. In der Sache stimmt`s - an der Form werde ich noch arbeiten. Auch fehlen sicher noch einige Aspekte. Ich bleib dran.

Fragen werde ich schnellstmöglich beantworten.
Anregungen, Bemerkungen und Kritik würden mich freuen.

 

Bitte schreib mir: