 | Du brauchst Hilfe um
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das Gift Alkohol aus Deinem Körper zu
bekommen
Dies ist die medizinische Seite. Alkohol ist ein Giftstoff. Der
erste Schritt zu Deiner Rettung muß darin liegen, dieses Gift aus
Deinem Körper zu bekommen. Dafür sorgt der Körper selbst, indem
er das Gift nach und nach abbaut.
Nüchternheit ist die Voraussetzung für alle weiteren Schritte.
Viele Fachkliniken zur Therapie nehmen alkoholisierte Patienten
darum erst gar nicht auf.
Aber Vorsicht! Lebensgefahr!! Nach
einer längeren Zeit mit hohem Alkoholkonsums ist es für Deinen
Körper "Schwerstarbeit", sich auf ein Funktionieren ohne
Alkohol wieder umzustellen. Vor allem im Gehirn hat der Alkohol
wichtige Aufgaben übernommen. Er hat einen wichtigen Stoff, der die
Verbindung zwischen den Gehirnzellen herstellt, verdrängt, und
dessen Funktion übernommen. Dadurch kommt es, daß Du nach dem
Aufstehen (also mit recht wenig Alkohol im Blut) zittrige Hände
hast, und auch sonst nicht so richtig funktionierst. Das sind die
"Entzugserscheinungen": Der Botenstoff im Gehirn ist nicht
verfügbar, und Alkohol ist zu wenig da. Also klappt es im Gehirn
nicht richtig. Du hast es ja oft genug erlebt: Wenn Du dann morgens
das erste Glas getrunken hast, hört das Zittern auf, Du fühlst
Dich besser. Die Verbindung zwischen den Gehirnzellen klappt wieder
einigermaßen.
Das Gehirn kann sich aber wieder auf "normal" umstellen
und diese Botenstoffe nach einer gewissen Zeit ohne Alkohol wieder
in ihre alte Funktion zurückholen. Das dauert aber länger, als der
Körper braucht, den Alkohol abzubauen. Diese
Zeit ist gefährlich! Der Entzug sollte darum unbedingt unter
ärztlicher Aufsicht geschehen! Es
besteht im Entzug vor allem die Gefahr von Krampfanfällen
(epileptischen Anfällen) oder dem Delirium
tremens, das eine absolut lebensgefährliche Situation darstellt.
Im Krankenhaus kann Dir der Arzt Medikamente geben, die das Gehirn
vor solchen Gefahren schützen. Darum gibt es heute auch
Therapiezentren und Fachkrankenhäuser, die noch nicht trockene
Patienten lieber alkoholisiert aufnehmen, als daß sie diese
zwingen, zu Hause, ohne ärztliche Hilfe und mit den geschilderten
Risiken, den Entzug durchzuführen.
Hinzu kommt, daß Du in der geschützten Atmosphäre des
Krankenhauses nicht in Versuchung kommst, dem einsetzenden Saufdruck
nachzugeben - es gibt dort keinen Schnaps!
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zu lernen, künftig ohne Alkohol zu leben.
Wenn der Entzug geschafft ist, also nach 10-14 Tagen, gilt
es, nicht wieder zu trinken. Es ist
unweigerlich so: Ein erster Schluck zieht weitere nach sich! Zu
glauben, daß es einem gut geht, und man wohl ein Bier trinken kann,
ist der Irrtum, dem die meisten von uns schon auf fatale Weise
erlegen sind. Das geht nicht!!! Wir haben -
das ist das Wesen des Alkoholismus - es verlernt, nach einer
bestimmten Menge aufzuhören! Also: Hände
weg vom ersten Glas!!
Dies ist für Dich wie für jeden Alkoholiker unvorstellbar,
daß man das lernen kann: ohne Alkohol zu leben. Aber es geht. Sonst
säße ich jetzt nicht hier und würde Dir diese Zeilen schreiben!
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Kaum einer schafft es ganz allein, sich dauerhaft auf ein
Leben ohne Alkohol umzustellen. Dazu gehört, daß man ein paar
wenige Dinge über diese Krankheit lernt. Dazu gehört auch,
daß man eine ganze Menge über sich selbst lernt und erfährt.
Und ich sage Dir, es ist erstaunlich, was man alles über sich
selbst erfahren kann. Es ist ein absolut großartiges Abenteuer!
Ich kann jedem, also auch Dir, mein unbekannter Freund, nur
raten, sich in einer guten Fachklinik um eine Therapie zu
bemühen. Die beste Unterstützung dazu findest Du in einer
Sucht- und Drogenberatungsstelle (mehr dazu unten).
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Entgiftung und Therapie dauern zusammen einige Monate.
Oft liegt zwischen beiden auch noch etwas Zeit, wenn ein
Therapieplatz nicht gleich nach der Entgiftung frei ist. Da
liegt der Gedanke nahe, das Ganze auf die lange Bank zu
schieben. Und wer kann schon 3-4 Monate von zu Hause weg,
oder von der Arbeit (wenn man die noch hat).
Aber solche Gedanken sind der nackte,
selbstmörderische Wahnsinn!! Wer so denkt (ich weiß das,
denn ich selbst habe früher so gedacht!) - wer so denkt, hat
den Ernst seiner Lage noch nicht begriffen!: Du
ringst mit dem sicheren Tode!! Du hast nur dies eine
Leben, das es zu retten gilt. Was für ein Unsinn, sich da
Gedanken zu machen über die Wohnung, die Blumen, den Hund,
das Auto oder den Job! Das alles ist ersetzbar, ja, das
meiste davon ist auch noch da, wenn Du aus der Therapie
wieder nach Hause kommst. Und selbst, wenn nicht: Was hat
Dein Hund davon, wenn Du Deine Chance nicht ergreifst und
dem Suff erliegst? Nichts, aber auch
rein gar nichts ist annähernd so wichtig, wie, daß Du
lernst, trocken zu leben! Erst, wenn Du keine Ausrede
mehr gelten läßt, wenn Dir alles andere völlig egal ist
und Du alles andere der notwendigen Therapie bedingungslos
unterordnest, erst dann hast Du begriffen. Und erst dann
hast Du eine wirkliche Chance zu leben!
Dann aber ist diese Chance groß.
Dann beginnt DEIN neues Leben - und das kann so herrlich
sein!!!
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